Vom Käsereifungslager zur Wohnsiedlung

Das erste Gebäude wurde um 1900 als Käsereifungslager und Handelshaus gebaut. Besitzerin war die Käseexportfirma Mauerhofer & Co. AG, Burgdorf, der die Firma Jenny mit gleichem Zweck und später die Firma Lemann & Co. AG, Langnau im Emmental, als Filialbetrieb folgte.
Nachdem Ernst Bieri während des ersten Weltkrieges seine Wanderjahre als Käser in Frankreich verbrachte, kam er in den 20er Jahren als Niederlassungsleiter der Emmentaler Käse Export Firma Lemann & Co. nach St.Gallen. Als gelernter Käser war er verantwortlich für den, zwei Stockwerke hohen, Emmentaler Käsekeller und für die sogenannte Küblerei: Für den Export mussten die Emmentalerlaibe in massgefertigte Holzkübel verpackt werden, weil noch keine Kühltransporte existierten. Die Abnehmer waren über den ganzen Erdball verteilt. Der Zukauf ab den Käsereien und später der Verkauf, vorwiegend via Verlad, in Bahngüterwagen erfolgten damals mit Pferdefuhrwerken.
Ernst Bieri und sein Sohn Fredy E. Bieri konnten die Liegenschaft später kaufen und die Firma Lemann & Co. wurde Mieterin – mit abnehmendem Umsatz. Mit der Zeit wurde die Lagerung von Emmentalerkäse in den Hauptsitz in Langnau im Emmental verschoben und die Räumlichkeiten ganz von der Bieri AG übernommen. Um Tilsiter-, Raclette-, Appenzellerkäse sowie eigene Marken wie Toggenburger und Monte Flora aufzunehmen, wurde die Liegenschaft entsprechend umgebaut.

Die Bieri AG betätigte sich vorwiegend als Reifungslager, Engros-Betrieb und Exportfirma für Appenzeller- und Raclettkäse sowie Greyerzer-/Emmentalerkäse im Inland. Grösste Kunden waren die Migros Ostschweiz und Mifroma Ursy sowie einige Grossabnehmer in Deutschland. Im Jahr  1989 wurde die Firma, nicht aber die Liegenschaft, aus Altersgründen an die Säntismolkerei Gossau verkauft.
Nach mehreren Jahren relativ unproduktiver Nutzung der Liegenschaft wurde im Jahre 2010 die Planung einer zeitgemässen Überbauung durch die Bieri Erben AG (dritte Generation) in Angriff genommen.